Reseña del libro "Der eigene Mond"
Ein Buch, das niemand lesen kann. Zwei Menschen, die alles belegen müssen. Seit über hundert Jahren versucht die Welt, das Voynich-Manuskript zu entschlüsseln. Kryptologen sind daran gescheitert, Sprachforscherinnen auch. Dr. Jette Falkenberg hat sich nie an diesem Wettlauf beteiligt. Die Handschriftenforscherin aus Bochum glaubt nur, was sich belegen lässt. Sie lebt mit einem Kater und einem Sauerteig namens Hildegard. Mit 41 ist sie Single, weil ihr bisher niemand genau genug hingesehen hat. Dann entdeckt sie in dem rätselhaften Buch ein Muster, das vor ihr keinem aufgefallen ist. Sie schreibt dem Mann, den das Fernsehen anruft, sobald wieder jemand behauptet, das Manuskript geknackt zu haben: Prof. Dr. Boris Reuter, 47, brillant und gefürchtet. Um zwanzig nach zwei in der Nacht antwortet er. Mit vierzehn nummerierten Einwänden. Was als Streit unter Nerds beginnt, wird zu einer gemeinsamen Spurensuche zwischen Leuchttisch und Ostkurve. Boris prüft jede ihrer Thesen, bis nichts mehr wackelt. Jette merkt, dass sie genau das immer gesucht hat. Ihre Großmutter hat ein altes Kräuterheft hinterlassen. Darin steckt eine Spur, mit der niemand gerechnet hat. Doch je näher die beiden der Lösung kommen, desto lauter werden die Stimmen, die Jettes Arbeit für sich beanspruchen. Ein alter Professor, der sich schon einmal mit ihrem Befund geschmückt hat, sitzt plötzlich in der Kommission, die über ihre Zukunft entscheidet. Eine Zeitung nennt sie nur Reuters Mitarbeiterin. Jette muss etwas lernen, das ihr nie jemand beigebracht hat: laut zu werden. Eine kluge Liebesgeschichte über Frauenwissen, das Jahrhunderte überdauert hat, weil jemand es weitergab. Und über zwei Menschen, die alles prüfen können, nur nicht das, was zwischen ihnen passiert.